GOSIA MACHON


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Wolken sinken auf die Erde, steigen in den Himmel
Gosia Machons (Seelen-)Landschaften der Wandlungen und Wegbeschreitungen
Belinda Grace Gardner, 2014


Tausendfaches Vogelgeschrei
Der Horizont beschreibt eine Lebenslinie
[...]
Eine Sonne surrend vor Licht
Straße des Himmels und gleicherweise der Erde [...]
Philippe Soupault, Der Schwimmer, 1926 (1)


Eine Figur setzt beherzt zum Absprung an. Der helle Pfad weist in die Ferne. Doch lockt die Nähe, grenzenlos, ungezähmt und ohne Ziel. Wiesenstücke, Baumbestand, ein dunkler See, klein oder auch uferlos. Die Grenzen verschwimmen. Der See womöglich ein Loch in der Erde, das in dunkle Abgründe führt. Die Figur schert seitwärts aus. Der Pfad unbeschritten, der auch Abdruck von Sonnenlicht oder Scheinwerferstrahl sein mag. Das Bild als Bühne, auf der alle Akteure gleichberechtigt sind: Landschaft, Menschen, Tiere, organische Gebilde und landschaftliche Gefilde changieren zwischen Tiefe und Fläche, Figuration und Abstraktion, Ernst und Komik. Aufbruch und Fluchtpunkt, Perspektive und Auflösung der Gewissheiten. Eine Natur, die ihre eigenen Wege geht. Eine Natur, die aus dem Ruder läuft und zurückschlägt. Gosia Machons Bilder haben viele Ein- und Ausgänge. Es gibt nicht die eine Lesart. Meist ist die Lage undurchsichtig, festgehalten zwischen Tag und Nacht zur Dämmerstunde – entre chien et loup, zwischen Hund und Wolf, wie es nach französischer Redensart heißt, wenn eine Unterscheidung zwischen beiden nicht mehr möglich ist, Vertrautes in potenzielle Gefahr übergeht.

Der Queraussteiger in dem grüntonigen Naturmosaik Die Erleuchtung, 2014 gehört zu den „Schreitenden“, wie die Hamburger Künstlerin (geboren 1979 in Pless, Polen) ihre Auf-dem-Weg-Befindlichen nennt. In ihren märchenhaft-mythischen Parallelwelten treten sie in wechselnden Gestalten in Erscheinung. Solitär oder in Interaktion mit anderen Wesen und Dingen laufen, tanzen, klettern, tauchen sie durch Machons rätselhafte Welten hindurch. Den vertikalen Bewegungen der Wandelnden und Wandernden steht die waagerechte Dynamik der Ruhenden, Schlafenden und zu Liebespaaren Verbundenen gegenüber. Die meisten Figuren sind ohne Gesichtszüge und andere physische Attribute dargestellt. Sie lassen an schemenhafte Doppelgänger denken, die sich im Schlaf vom Körper eines Schlummernden lösen und im Grenzterrain zwischen Wachen und Träumen zu Schattenspielern des Unbewussten werden. Diesen Personifikationen „psychischer Vorgänge“(2) gibt die Künstlerin in ihren Arbeiten wie in einem „seelischen Anschauungsbild“(3) Raum.

Gosia Machon produziert seit über eine Dekade ihre klein- und mittelformatigen Tuschezeichnungen in offenen, lose ineinander greifenden Bildfolgen, die sie in den vergangenen Jahren um großformatige Malereien in Tusche und Acryl auf Papier erweitert hat. Die fließende Transparenz ihres Mediums unterstreicht die schwebende Leichtigkeit der surrealen Szenarien, die ihrer eigenen Aussage nach weniger einer äußeren als einer inneren Wirklichkeit entspringen (4). Eine fast scherenschnitthafte Reduktion auf Motivkürzel und ein vereinfachtes visuelles Grundvokabular wechseln mit assoziativ-intuitiven malerischen Passagen ab, die sich auf dem Bildgrund und in der Phantasie der Betrachterinnen und Betrachter parallel in verschiedene Richtungen entfalten. Die Motive kehren wieder, durchlaufen Transformationen, in dessen Verlauf magische Geschichten angerissen werden und immer wieder neue Wendungen nehmen.

In seiner Untersuchung der Kunst des Surrealismus hat Uwe M. Schneede als verbindendes Moment der surrealistischen Maler „die Sehnsucht nach der Befreiung von vorgewussten Bildern und die prozessual angelegte Suche nach neuen Bildmethoden zum Niederschlag des noch Ungesehenen, Unformulierten“(5) hervorgehoben. Wenn Machon sich auch von den historischen Bezügen und Ausgangspunkten des Surrealismus distanziert, so birgt ihr Ansatz doch auch deutliche Affinitäten zu einer metamorphischen „Gratwanderung zwischen Innen- und Außenwelt“(6), die so unterschiedliche surrealistische Ansätze wie die von Yves Tanguy, André Masson oder Max Ernst verband. Wie die Surrealisten in den ersten Dekaden des 20. Jahrhunderts bezieht sie Inspiration aus urzeitlichen und außereuropäischen Bildsprachen sowie aus den liberalisierenden Normüberschreitungen der Art Brut, die Machon als eine kulturelle Rahmungen sprengende Möglichkeit begreift, „mehr über das Wesentliche des Menschseins zu erfahren“(7). Zufall, Wandelbarkeit und das „Prozessuale“(8) sind auch für sie zentrale Bild stiftende Faktoren.

Das besondere Interesse Machons „für das Unperfekte, Unvollkommene, auch den Schmutz, die Kratzer, die Störungen, das Unkontrollierbare“(9) fußt in einer Ästhetik dialektischer Spannung, die aus dem Wissen um „den Abgrund [...], die Zerbrechlichkeit, Vergänglichkeit und das Drama unserer Existenz“(10) erwächst, was sich auch in der häufigen Verwendung der Farbe Schwarz samt aller damit verbundenen Aufladungen und Ambivalenzen ausdrückt (11). Diese existenzielle Dimension verleiht den menschlichen und animalischen Figuren und naturhaften Phänomene, die den in viele Richtungen offenen Kosmos der Künstlerin bevölkern, auch eine Nähe zur Erscheinungsform der „Mythologeme“(12), die C. G. Jung auf Basis seiner Archetypenlehre als individuell umgesetzte kollektive Symbole in den verborgenen Regionen unserer Träume wieder entdeckte. Pfützen und Seen, Höhlen, Hügel, Pferd, Löwe, Maske, Baum, der Wanderer, die Liebenden, der Himmel, der Tisch, der Teppich (13): Die Bildmotive, die Machons Tuschezeichnungen und -malereien durchziehen, erweitern Jungs Kulturen und Zeiten überschreitenden Symbolfundus (14) um Elemente eines persönlichen archetypischen Systems.

Nach einer Gruppe von Arbeiten, die in angedeuteten Interieurs angesiedelt waren, rückt die Künstlerin in ihren aktuellen Zeichnungen und Malereien von 2013/2014 die Natur verstärkt „als Sehnsuchtsort und als Gefahr“(15) in den Fokus. In Notizen zu ihren Themen und Motiven hat sie die grundsätzlich „übergeordnete Rolle“(16) der Natur in ihrem Bildkosmos hervorgehoben: „Sie steht zum Teil für eine romantische Sehnsucht, vor allem aber symbolisiert sie den Zustand der Wildnis in Abgrenzung zur Kultur. Und steht somit auch für die unergründlichen Windungen der Seele und der Psyche.“(17) In den neueren Landschaften der Künstlerin manifestiert sich dieser nach außen gekehrte Innenraum als unberechenbare Zone, die sich anmutig und bedrohlich zugleich in dämmrig-diffusen Pastellen oder in Ocker-, Oliv- und Brauntönen zeigt. Dunkle Raubtiere und Schlangenwesen kreisen darin, richten sich auf, kampfbereit. Helle Ausdehnungen erstrecken sich wie über die Ufer getretene Gewässer, unaufhaltsame Schneemassen oder Wolkenfelder, die sich auf die Erde gesenkt haben, zwischen Bergketten und Wüsteneien. Die Tümpel brodeln. Die Wüste ist vom Wind verweht. Der Morast verdichtet sich, und die Figuren stecken bis zum Hals mittendrin.

Die rudimentäre, angerissene, bruchstückhafte Bildsprache ist gewollt. Es geht Gosia Machon nicht um Kohärenz, Glätte und Abgeschlossenheit ihrer Kompositionen, sondern um den unmittelbaren Ausdruck der flüssigen Farbe auf Papier, deren Niederschlag und Verlauf nur bedingt kontrollierbar ist. Ihre narrativ-abstrakten Zeichnungen und Malereien bergen Geheimnisse, verbinden persönliche Innenschau und eine überpersönliche Sicht auf die Conditio humana. In ihren vielschichtigen Aktions- und Gedankenfeldern schickt die Künstlerin ihre Figuren als Stellvertreter aus, um den Grundthemen des Menschseins auf die Spur zu kommen. In Das Paar, 2014 gehen zwei Wanderer auf bleicher Bahn Hand in Hand dem Horizont entgegen. Am Ende der Welt geht der Horizont in Rauch auf. Die Sonne ist verglüht, die Erde verbrannt. Helle Asche verhüllt den Himmel. Müllfetzen wirbeln vom Sturm erfasst dem Untergang zu. Das selbe Bild, eine andere Geschichte. Die Sonne hängt als rot glühende Kugel über nachtdunklem Meer. Im hellen Himmel verfängt sich der erste Schnee. Wattewolken senken sich in der Weite tief und schwer. Bunte Vögel flattern wie aufgescheucht in die Höhe. In der Ferne trifft Himmel auf Wasser, trifft Erde auf Himmel. Die Sonne setzt zur Landung an. Und die Wanderer machen sich auf den Weg.


Aus: Belinda Grace Gardner, Wolken sinken auf die Erde, steigen in den Himmel: Gosia Machons (Seelen-)Landschaften der Wandlungen und Wegbeschreibungen, in: Gosia Machon / Jenny Feldmann. Die Preisträgerinnen der Nordwestkunst 13, Ausst.-Kat. (Kunsthalle Wilhelmshaven 2014/15), hrsg. v. Viola Weigel, Wilhelmshaven 2014, S. 6–9.

1 Zit. aus Philippe Soupault, „Der Schwimmer“, aus: Georgia, 1926, aus d. Franz. v. Adolf Endler, in: Surrealismus in Paris 1919–1939. Ein Lesebuch, hrsg. und mit einem Essay v. Karlheinz Barck, Leipzig 1990, S. 381.
2 Gosia Machon in einer E-mail an die Autorin vom 12.11.2014 beschreibt, dass sie sich spezifisch für die Darstellung seelischer Wirklichkeiten interessiert.
3 Ebd.
4 Ebd.
5 Uwe M. Schneede: Die Kunst des Surrealismus. Malerei, Skulptur, Dichtung, Fotografie, Film, München 2006, S. 89.
6 Ebd., S. 106.
7 Machon, E-mail vom 12.11.2014.
8 Ebd.
9 Aus Aufzeichnungen von Gosia Machon, der Autorin am 4.11.2014 per E-mail zugeschickt.
10 Ebd.
11 Ebd.
Vgl. C. G. Jung, „Vom Wesen der Träume“ (1945), in: Ders.: Traum und Traumdeutung, München 2010 (14. Aufl.), S. 144f.
13 Machon, E-mail vom 12.11.2014.
14 Vgl. Jung, München 2010, S. 55.
15 Machon, Aufzeichnungen, 4.11.2014.
16 Ebd.
17 Ebd.

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Vom Werden und Vergehen
Brigitte Bedei, 2015

Die Bilder der in Hamburg lebenden Künstlerin Gosia Machon existieren weit entfernt von Urbanität und Jetzt-Zeit, es sind zeitlose Bilder, märchenhaft-mythische Parallelwelten, in denen die Grenze zwischen innerer und äußerer Landschaft aufgehoben wird. Die Natur spielt in dem Bildkosmos der Künstlerin eine übergeordnete Rolle. Sie steht nicht nur für eine romantische Sehnsucht, sondern symbolisiert auch den Zustand der Wildnis in Abgrenzung zur Kultur. Machon beschäftigt sich in ihren Arbeiten grundsätzlich mit den wesentlichen Themen des Menschseins, losgelöst von kulturellen Zusammenhängen.

In ihrer sechsteiligen Aquatinta-Serie „Die große Pfütze“, die für die Griffelkunst entstanden ist, beschreibt sie lose einen Zyklus des Lebens zwischen Zeugung, Verwandlung, Leben und Tod. Als Quelle dienen ihr hier Texte und Zeichnungen aus dem Kontext der Alchemie, die zunächst in einer Serie von Zeichnungen münden. Hieraus entwickelt sie schließlich ihre Radierfolge, in der die Pfütze zum zentralen Motiv wird. Sie steht für die unergründliche Tiefe eines Sees, für eine dreckige Wasserlache in der Landschaft, für den flüssigen Nährboden biologischer und innerpsychischer Prozesse.

Schattenfiguren ohne Gesichtszüge in scherenschnitthafter Reduktion ruhen vor einem malerisch angelegten Bildgrund, tummeln sich in Pfützen, verschwimmen mit ihrer Umgebung. Eine animalische Gestalt schreitet durchs Bild und verschmilzt mit seinem Reiter zu einem schemenhaften Wesen aus der Welt des Unbewussten. Pfützen, Konglomerate, rätselhafte Figuren – Gosia Machon erforscht in ihren Bildern universale Zusammenhänge. Ihre Bildsprache bleibt dabei bruchstückhaft und abstrakt, genau wie unsere eigene Wahrnehmung und Erkenntnis.

In der von Machon angewandten Technik der Pinselätzung findet die inhaltlich geschlossene Werkreihe eine formale Analogie. Mit einer angedickten Säure wird direkt auf der Platte gemalt, eine wässrige Aquarell-Ästhetik wird so ins Metall übertragen. Das Ergebnis wirkt lebendig und malerisch und kommt der experimentellen Arbeitsweise der Künstlerin in der Malerei nahe, in der sie flüssige Farbe auf das Papier gießt, ohne den Trocknungsprozess steuern zu können. Ebenso entstehen in der sogenannten Spit- Bite-Radierung Strukturen in den Flächen, die nicht vorhersehbar sind und vom Zufall gesteuert werden. Einen formalen Zusammenhang erhält die Serie darüber hinaus durch die durchgehende Farbwahl schwarz, korallrot und phthalogrün.

So hat Gosia Machon eine formal und inhaltlich geschlossene Werkreihe entwickelt, mit der sie die Kraft des Ursprünglichen, der Natur, der Energie und der Transformation beschwört.

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Clouds descend to the ground, rise to the sky
Gosia Machon’s land- and soulscapes of transformation and exploration
Belinda Grace Gardner, 2014


Birdsong, thousandfold
The horizon delineates a lifeline
[...]
A sun whirring with light
Path of the sky and likewise of the earth [...]
Philippe Soupault, The Swimmer, 1926 (1)


A figure is poised to take off. The pale path points into the distance. Yet the vicinity beckons, untamed, without limitations or destinations: meadows, trees, a dark lake, possibly small, possibly infinite. The boundaries become blurred. The lake could be a hole in the ground that leads into dark abysses. The figure swerves sideways. The path, which might also be an imprint of sunlight or the beam of a floodlight, is untravelled. The picture has the appearance of a stage, on which all protagonists are equal: the landscape, the human figures, animals, organic shapes, and scenic realms oscillating between depth and flatness, figuration and abstraction, gravity and comicality. In Gosia Machon’s compositions, departing and vanishing points, precise perspectives, and the dissolution of certainties merge. Nature follows its own course; nature gets out of hand and lashes back. The artist’s paintings have many entrances and exits, offering many options for interpretation. Usually the situation is obscure, captured between day and night in the twilight hour – entre chien et loup, between dog and wolf, as a French saying goes, alluding to a point where a distinction between the two is no longer possible, and the familiar mutates into a potential danger.

The transverse traveler in the green-toned nature mosaic Die Erleuchtung (Epiphany, 2014) belongs to the “wanderers”, as the Hamburg-based artist (born in 1979 in Pszczyna, Poland) refers to her road-bound figures. In her fairytale-like mythical parallel worlds, these appear in various guises. Solitarily, or in interaction with other beings and objects, they are running, dancing, climbing or diving through Machon’s mysterious worlds. The vertical movements of those walking and wandering are counterbalanced by the dynamic of those who are reposing, sleeping, or conjoined in a lover’s embrace. Most figures are depicted without facial features or other physical attributes. They recall wraithlike doppelgangers that detach themselves from a person in his or her sleep and become shadow players of the subconscious in the borderland between waking and dreaming. As in a “mental sensory image”(2) the artist gives these personifications of “psychic procedures”(3) scope in her works.

Gosia Machon has been producing her small and medium format watercolors in loosely connected, open series for over a decade, in the past years, accompanied by large-format paintings in watercolor and acrylic on paper. The flowing transparency of her medium emphasizes the delicate lightness of her surreal scenarios, which as she herself has stated are rooted less in an exterior sphere and more in an inner reality (4). An almost silhouette-like reduction to abbreviated motifs and a simplified visual basic vocabulary alternate with associative, intuitive painted passages that simultaneously unfold in various directions on the picture plane and in the viewer’s imagination. The motifs recur, undergoing transformations, sparking magical narratives that take surprising turns in the process.

In his analysis of Surrealist art, Uwe M. Schneede has emphasized „the yearning for a liberation from preconceived images and the process-related search for new pictorial methods of manifesting the hitherto unseen and unformulated”(5) as a connecting link between the Surrealist painters. Even though Machon distances herself from the historical references and points of departure of Surrealism, her approach still bears distinct affinities to the metamorphic “balancing act between the inner world and the outside world”(6) connecting such diverse Surrealist positions as those of Yves Tanguy, André Masson, or Max Ernst. As the Surrealists did in the first decades of the 20th century, Machon draws inspiration from primeval and non-European pictorial languages as well as from the liberating norm transgressions adopted by Art Brut, all of which Machon perceives as modes of collapsing cultural framings that make it possible “to learn more about the essence of what it means to be human”(7). For her as well, chance, mutability, and the “processual” are central factors in the pictorial composition.

Machon’s particular interest “in the imperfect, the incomplete, including blemishes, scratches, disturbances, the uncontrollable”(8), is anchored in an aesthetic of dialectic tension that arises from the knowledge of “the chasm [...], the fragility, evanescence, and the drama of our existence”(9), which also finds expression in the artist’s frequent use of the color black with all of the charged and ambivalent properties associated with it (10). This existential dimension also places the human figures and animal creatures and the natural phenomena inhabiting the artist’s cosmos extending in multiple directions in close proximity to the allotrope of the “mythologem“(11), which C. G. Jung discovered on the basis of his theory of archetypes as individually realized collective symbols in the hidden realms of our dreams. Pools and lakes, caves, hills, the horse, the lion, the mask, the tree, the wanderer, the lovers, the sky, the table, the carpet (12): the pictorial motifs that pervade Machon’s watercolors and paintings add elements of a personal archetypal system to Jung’s culture- and epoch-transcending stock of symbols (13).

Following a group of works that were located in implied interiors, in her recent drawings and paintings created in 2013/2014, the artist has been increasingly focusing on nature as “a place of desire and of danger”(14). In notes on her themes and motifs, she has emphasized the principally “superior role”(15) of nature in her pictorial cosmos: “On the one hand, it stands for a romantic yearning, but above all it symbolizes the state of wilderness in contrast to culture. It thus also stands for unfathomable anfractuosities of the soul and the psyche”(16). In the artist’s current landscapes, this inner space that has been turned inside out manifests itself as an unpredictable zone in a both attractive and threatening manner in duskily diffuse pastels or in ochre, olive, and earth tones. Dark feral animals and snake-like creatures circle in these spheres, ready to leap. Pale expanses extend across the landscape like overflowing waters, unstoppable masses of snow, or fields of clouds that have descended upon the earth between mountain ranges and wastelands. The pools are seething; the desert has been scattered by the wind, and the figures are up to their necks in thickening morass.

The rudimentary, sketchy pictorial language is deliberate. Gosia Machon is not seeking to achieve coherence, smoothness, or completeness in her compositions. Her objective is rather to render an immediate expression of fluid paint on paper, where both the course and form it takes are only controllable to a limited degree. Her abstractly narrative drawings and paintings bear secrets, and conflate personal introspection with a transpersonal view of the human condition. In her multilayered fields of action and imagination, the artist sends forth her figures as representatives to explore the fundamental issues of human existence. In Das Paar (The Couple, 2014) two wanderers walking hand in hand are proceeding towards a horizon on a fallow path. At the end of the world, the horizon is going up in smoke. The sun has consumed itself; the earth has burned down to cinders. Pale ashes enshroud the sky. Snatched up by the storm, shreds of litter swirl toward perdition. The same image, another story: the sun is suspended as a red sphere above a nocturnal ocean. The first snow is twirling in the pale sky. Cotton-puff clouds are deeply, heavily descending upon the expanse. Startled birds in vibrant colors flutteringly take to the sky. In the distance the sky meets the earth, and the earth meets the sky. The sun is getting ready to alight. And the wanderers are setting off on their journey.


First published under the title: Wolken sinken auf die Erde, steigen in den Himmel: Gosia Machons (Seelen-)Landschaften der Wandlungen und Wegbeschreitungen, in: Gosia Machon / Jenny Feldmann. Die Preisträgerinnen der NORDWESTKUNST 13, Viola Weigel (ed.), Wilhelmshaven 2014, p. 6–9.


1 Quoted after: Philippe Soupault, Der Schwimmer, in: Georgia, 1926, transl. from the French into German by Adolf Endler, in: Surrealismus in Paris 1919–1939. Ein Lesebuch, ed. and with an essay by Karlheinz Barck, Leipzig, 1990, p. 381.
2 In an email sent to the author on Nov. 12, 2014, Gosia Machon outlined that her particular interest lies in representing the realities of the soul.
3 Ibid.
4 Ibid.
5 Uwe M. Schneede: Die Kunst des Surrealismus.Malerei, Skulptur, Dichtung, Fotografie, Film, Munich, 2006, p. 89.
6 Ibid., p. 106.
7 Machon, email, Nov. 12, 2014.
8 From notes sent to the author via email by Gosia Machon on Nov. 4, 2014.
9 Ibid.
10 Ibid.
11 Cf. C. G. Jung, Vom Wesen der Träume (1945), in: Jung: Traum und Traumdeutung, Munich, 2010, p. 144f.
12 Machon, email, Nov. 12, 2014.
13 Cf. Jung, Munich 2010, p. 55 .
14 Machon, notes, Nov. 4, 2014.
15 Ibid.